Der Große Basar öffnet montags bis samstags von 8:30 bis 19:00 Uhr, sonntags bleibt er geschlossen. Sie erreichen ihn über die Tram-Linie T1 an der Haltestelle Beyazıt und betreten die Hallen am besten durch das Nuruosmaniye-Tor. Als ich dort das erste Mal gegen 14 Uhr ankam, staute sich alles auf der Kalpakçılar Caddesi; kommen Sie daher vor 10:30 Uhr. Wenn Ihnen der Trubel zu laut wird, wechseln Sie in den Innenhof des Zincirli Han, wo ein Tee 30 Lira kostet und kein Durchgangsverkehr herrscht. Bargeld tauschen Sie günstiger bei den Stuben nahe dem Çuhacı Han als an den Toren. Bei Schmuck oder Lederwaren handeln Sie am besten auf etwa 60 Prozent des Erstpreises herunter und zahlen bar in Lira, weil Händler bei Kartenzahlung oft vier Prozent Gebühr addieren.
Auf 30.700 Quadratmetern und über 60 Gassen verlieren selbst regelmäßige Istanbul-Besucher nach fünf Abzweigungen die Richtung. Wer morgens um 09:30 Uhr an der T1-Station Beyazıt aussteigt, durch das Beyazıt-Tor tritt und der breiten Kalpakçılar Caddesi folgt, hat zunächst klare Sicht. Sobald Sie jedoch nach links in die Yağlıkçılar Caddesi abbiegen, setzt das Labyrinth ein: Die Gewölbebögen gleichen einander, das Mobilfunksignal bricht unter dem dicken Ziegelmauerwerk oft ab, und viele Straßenschilder hängen verdeckt hinter gestapelten Textilballen.
Für eine verlässliche Kapalıçarşı Orientierung hilft der Blick auf die historische Struktur: Der Große Basar in Istanbul ist eine gewachsene Handelsstadt mit zwei befestigten Kernbauten, aktiven Karawansereien und fast 4.000 Geschäften. Viele Besucher betreten das Areal ohne Plan durch den erstbesten Eingang, zahlen an den stark frequentierten Durchgangsachsen zu viel Geld und verlassen die Hallen nach einer Stunde erschöpft. Dabei bestimmt bereits die Wahl der richtigen Großer Basar Tore, ob Sie im Gedränge standardisierter Souvenirstände landen oder direkt die Werkstätten traditioneller Kupferschmiede und Juweliere in den ruhigen Innenhöfen ansteuern.
Planen Sie für den Besuch mindestens zwei Stunden ein, vorzugsweise an einem Werktag vor 11:00 Uhr. Zu dieser Zeit sortieren die Händler noch in Ruhe ihre Auslagen, und die Gassen lassen sich ohne Gedränge begehen. Wer markante Zugänge wie das Nuruosmaniye-Tor im Osten oder das Çarşıkapı-Tor im Süden als feste Orientierungspunkte nutzt, behält jederzeit die Kontrolle über die eigene Route.
Aufbau und historische Struktur des überdachten Marktes
Sultan Mehmed II., genannt Fatih, veranlasste den Bau des ersten Marktkerns im Jahr 1461, kurz nach der Eroberung Konstantinopels. Dieser als İç Bedesten oder Cevahir Bedesten bekannte Zweckbau aus Haustein diente als gesicherter Umschlagplatz für Edelsteine, seltene Metalle und Waffen. Fünfzehn Kuppeln, gestützt von acht massiven Pfeilern, überwölben diesen inneren Kern. Die Mieteinnahmen flossen direkt in die religiöse Stiftung zum Erhalt der Ayasofya.
Wenige Jahre später ließ der Sultan nördlich davon das Sandal Bedesten errichten, eine Halle mit zwanzig Kuppeln. Seinen Namen erhielt der Bau von dem Sandal-Gewebe, einem damals begehrten Mischstoff aus Seide und Baumwolle. Während das Sandal Bedesten das Zentrum des Textilhandels bildete, konzentrierte der Cevahir Bedesten den Handel mit Gold und Dokumenten.

Rund um diese beiden Monumentalbauten entstand das zusammenhängende Marktviertel. Heute erstreckt sich der Große Basar Istanbul als Kapalıçarşı Sehenswürdigkeit über eine Fläche von mehr als 30.000 Quadratmetern. Sie betreten den Komplex über 22 Tore und orientieren sich in einem Gefüge aus 61 überwölbten Gassen mit rund 3.000 Läden.
Praxistipp: Wenn Sie den İç Bedesten durch das Nordtor an der Gasse Kuyumcular Caddesi betreten, blicken Sie direkt auf den oberen Bogenfries. Dort ist ein byzantinisches Adlerrelief eingemauert, das aus einem Vorgängerbau stammt und beim Bau 1461 unversehrt als Spolie übernommen wurde.
Die heutige Gestalt der Anlage geht maßgeblich auf das Erdbeben 1894 zurück. Die Erdstöße brachten am 10. Juli große Teile der Gewölbe zum Einsturz. Beim Wiederaufbau unter Leitung des Hofarchitekten Raimondo D’Aronco verkleinerte die Stadtverwaltung die Gesamtfläche, begradigte winklige Sackgassen und ersetzte baufällige Holzüberdachungen durch durchgehende Tonnengewölbe mit Belüftungs- und Lichtschlitzen. Diese Bauphase schloss 1898 mit der Neugestaltung der Hauptportale Beyazıt und Nuruosmaniye ab.
Öffnungszeiten und die beste Besuchszeit ohne Gedränge
Der Große Basar empfängt Besucher von Montag bis Samstag verlässlich zwischen 08:30 und 19:00 Uhr, während der Sonntag strikt als Ruhetag eingehalten wird. An offiziellen Feiertagen in Istanbul, darunter der Republiktag am 29. Oktober, sowie an den mehrtägigen religiösen Festen Ramazan Bayramı und Kurban Bayramı bleiben sämtliche 22 Tore geschlossen. Wer für den Großen Basar Öffnungszeiten und Routen plant, sollte diese Termine vorab prüfen, da an Schließtagen auch die historischen Passagen zwischen den Vierteln vollständig abgeriegelt sind. Der reguläre Eintritt in das Areal ist grundsätzlich kostenlos.
Die Besucherströme verteilen sich sehr ungleichmäßig über die Handelszeiten. Die spürbare Spitzenlast setzt verlässlich zwischen 14:00 und 17:00 Uhr ein, wenn sich bis zu 400.000 Tagesbesucher durch das Wegenetz bewegen. In diesen Nachmittagsstunden verengen sich Hauptachsen wie die Kalpakçılar Caddesi drastisch. Händler wickeln Verkaufsgespräche unter Zeitdruck ab, und die Geräuschkulisse erschwert ruhige Preisverhandlungen merklich.
Praxistipp: Ich betrete das Areal an Werktagen exakt um 08:45 Uhr über das Nuruosmaniye-Tor. Zu dieser Zeit richten die Händler ihre Auslagen her, der Duft von frischem Schwarztee zieht durch die Gänge, und Sie können die Kreuzgewölbe ohne Menschenauflauf betrachten.
Für einen entspannten Rundgang sollten Sie das morgendliche Zeitfenster zwischen 09:00 und 11:00 Uhr nutzen. Sie treffen auf freie Gehwege, ungestörte Handwerksbetriebe und Verkäufer mit Zeit für fachliche Auskünfte zu Materialien und Herkunft. Für die Orientierung im über 60 Straßen umfassenden Komplex sollten Sie mindestens zwei bis drei Stunden reine Aufenthaltsdauer einkalkulieren.
| Zeitfenster | Besucheraufkommen | Empfohlene Aktivität |
|---|---|---|
| 08:30 bis 11:00 Uhr | Gering | Ruhige Händlerkontakte, Architekturaufnahmen, gezielte Fachkäufe |
| 11:00 bis 14:00 Uhr | Mäßig ansteigend | Erkundung der historischen Innenhöfe, Mittagspause in den Handwerkerlokalen |
| 14:00 bis 17:00 Uhr | Sehr hoch (Spitzenlast) | Starkes Gedränge mit bis zu 400.000 Personen, ungünstig für Preisverhandlungen |
| 17:00 bis 19:00 Uhr | Abklingend | Nachlassender Publikumsverkehr, Händler beginnen ab 18:30 Uhr mit dem Kassenschluss |
| Sonntags und Feiertage | Geschlossen | Tore verriegelt, Ausweichen auf die offenen Gassen im Mahmutpaşa-Viertel |
Die nächstgelegene Anbindung an das Verkehrsnetz bietet die Straßenbahnlinie T1 an der Station Beyazıt-Kapalıçarşı.
Die markantesten Tore des Basars und ihre Funktion
Insgesamt 21 nummerierte Tore führen in das überdachte Areal des Marktes, doch im Alltag konzentriert sich der Personenstrom auf eine Handvoll historischer Zugänge. Wer den Basar betritt, orientiert sich am besten an der zentralen Hauptachse, der Kalpakçılar Caddesi. Diese verbindet die beiden wichtigsten Portale im Osten und Westen miteinander. An jedem Eingang kontrolliert Sicherheitspersonal Taschen mit Röntgengeräten und Metalldetektoren, was an den Hauptzugängen regelmäßig zu kurzen Verzögerungen führt.
Doğas Praxistipp: Gehen Sie im Zincirli Han die steile Steintreppe in das obere Stockwerk hinauf. Während unten Besucher nach Schals suchen, reparieren hier oben zwei Goldschmiede antiken Schmuck in ruhiger Arbeitsatmosphäre.
An einem Dienstagnachmittag um 14:00 Uhr staute sich die Einlassschlange am Beyazıt-Tor auf rund zehn Meter Länge, während das nur wenige Gehminuten entfernte Tor Çarşıkapı völlig frei passierbar war. Die Wahl des richtigen Tores bestimmt nicht nur die Wartezeit, sondern spart auch weite Fußwege im Gewirr der Seitengassen, in denen kunstvoll gearbeitete Lampen und Handwerksarbeiten die Schaufenster säumen.

Fünf Tore fungieren aufgrund ihrer baulichen Merkmale und ihrer verkehrstechnischen Anbindung als verlässliche Orientierungspunkte:
- Nuruosmaniye Kapısı (Tor 1) schließt das östliche Ende der Kalpakçılar Caddesi ab und führt auf den Vorplatz der Nuruosmaniye-Moschee. Das Portal aus weißem Marmor im osmanischen Barockstil trägt die geschnitzte Tughra, das persönliche Namenssiegel von Sultan Abdülhamid II.
- Beyazıt Kapısı (Tor 7) bildet den westlichen Endpunkt der Hauptachse und öffnet sich zum weitläufigen Beyazıt-Platz. Über dem Rundbogen sitzen das osmanische Staatswappen und die arabische Inschrift “El-kâsibü habîbullah”, die den ehrlichen Händler als Gottes Freund würdigt.
- Çarşıkapı (Tor 5) liegt an der Südseite und dient als schnellste Verbindung zum öffentlichen Nahverkehr. Der Durchgang endet nach 50 Metern direkt an der Straßenbahnhaltestelle Beyazıt-Kapalıçarşı der Linie T1.
- Fesçiler Kapısı liegt im westlichen Abschnitt der Außenmauer und leitet Besucher durch eine schmale Passage unmittelbar in den begrünten Innenhof des historischen Buchmarkts Sahaflar Çarşısı.
- Örücüler Kapısı markiert den nördlichen Ausgang und führt aus den überdachten Hallen direkt in das Gefälle der Einkaufsstraße Mahmutpaşa Yokuşu, die hinab zum Goldenen Horn und zum Gewürzbasar verläuft.
Die Nummerierung der Tore ist auf kleinen Bronzetafeln direkt neben den Türflügeln aus Schmiedeeisen angebracht. Wer den Markt verlässt, findet an jedem Torgewölbe zudem einen Wegweiser zur nächstgelegenen Hauptstraße. Die Tore schließen abends pünktlich um 19:00 Uhr, sonntags bleiben alle Zugänge verriegelt.
Orientierung nach Gewerken und Gassen im Basar
Das Wegenetz des Marktes folgt einer funktionalen Struktur, die aus der osmanischen Zunftordnung stammt. Über 60 überdachte Gassen verteilen sich auf mehr als 30.000 Quadratmetern, doch die historische Gliederung nach Handwerkszweigen erleichtert die Kapalıçarşı Orientierung erheblich. Jeder Straßenzug trug ursprünglich den Namen der Zunft, die dort ihre Werkstätten betrieb. Obwohl moderne Souvenirläden manche Bereiche durchmischt haben, konzentrieren sich bestimmte Warengruppen bis heute verlässlich auf ihre traditionellen Sektoren.
An jeder Gassenkreuzung sind metallene Straßenschilder an den Eckpfeilern montiert. Diese Schilder weisen den Namen der jeweiligen Gasse sowie die dort liegenden Hausnummernbereiche aus. Wer die Endsilbe -ciler oder -cular auf diesen Tafeln versteht, erkennt sofort das dort historisch ansässige Gewerbe: Kuyumcu steht für Juweliere, Halıcı für Teppichhändler und Kürkçü für Kürschner.
Fünf zentrale Bereiche prägen die Systematik des Marktes:
- Kalpakçılar Caddesi dient als breite Hauptachse des Marktes und verbindet das Tor von Nuruosmaniye im Osten geradlinig mit dem Tor von Beyazıt im Westen. Entlang dieser beleuchteten Hauptstraße reihen sich heute überwiegend Juweliere und Schaufenster mit massivem Goldschmuck aneinander.
- Kuyumcular Caddesi zweigt nördlich der Hauptachse ab und bildet das Zentrum für Goldschmiede, Diamantenhändler und traditionelle Werkstätten zur Edelmetallverarbeitung.
- Kürkçüler Caddesi liegt im südlichen Teil des Areals und beherbergt Händler für Lederwaren, Lammfelle und Lederbekleidung.
- Fesçiler Caddesi beherbergte früher die Hersteller traditioneller Kopfbedeckungen und konzentriert heute Händler für Textilien, traditionelle Stoffe und Schals.
- Halıcılar Caddesi schließt im nordöstlichen Viertel an und versammelt Fachgeschäfte für handgeknüpfte anatolische Teppiche, Kelims und gewebte Kissenbezüge.
Wer den Großen Basar Istanbul ohne festen Plan durchquert, verliert in den schmalen Seitengassen schnell die Richtung, da das kuppelgedeckte Ziegelmauerwerk den Blick auf äußere Orientierungspunkte verstellt. Mein lehrreichster Orientierungsfehler passierte mir im Herbst an der Ecke Yağlıkçılar und Çuhacı Han Sokak um 11:20 Uhr: Ich folgte einem provisorischen Pfeil Richtung Ausgang, landete aber nach drei schnellen Abzweigungen in einer Sackgasse vor einer winzigen Teeküche. Der Teekoch zeigte mir schmunzelnd die absteigenden Hausnummern an den Bogenpfeilern, über die ich in vier Minuten wieder die breite Hauptachse erreichte.
Praxistipp: Wenn Sie an einer Kreuzung unsicher sind, achten Sie auf die Nummernreihenfolge der Geschäfte an den Torbögen. Die Nummerierung steigt in fast allen Seitengassen systematisch von der Hauptachse weg an. Zeigen die Zahlen an den Fassaden absteigende Werte, bewegen Sie sich direkt auf die zentrale Kalpakçılar Caddesi zu.
Neben den Straßennamen bieten die kupfernen Zuleitungsrohre der Teestuben an den Gewölbedecken einen praktischen Anhaltspunkt: Dickere Leitungsbündel führen fast ausnahmslos zu den größeren Kreuzungen und Toren. Die Verkaufsflächen der Textil- und Kupferwarenhändler reichen in der Fesçiler Caddesi bis an die Grundmauern des inneren Bedesten heran, wo die Gassenbreite auf unter zweieinhalb Meter schrumpft.
Historische Gasthöfe als ruhige Rückzugsorte im Areal
Wenige Schritte abseits der überdachten Hauptstraßen führen niedrige Bogengänge in die Innenhöfe der osmanischen Nutzbauten, die das Basarviertel seit Jahrhunderten versorgen. Diese Karawansereien, im Türkischen als Han bezeichnet, dienten Händlern ursprünglich als befestigte Warenlager und Herbergen. Der bekannteste unter ihnen ist der Zincirli Han im Nordosten des Basars. Der zweistöckige Innenhof fällt durch seine rosa getünchten Fassaden und den dichten Efeu auf, der an den offenen Holzgalerien emporrankt. Hier arbeiten Teppichrestauratoren im Tageslicht des Hofes. Sie spannen abgetretene anatolische Flachgewebe auf Holzrahmen, bessern Kettfäden aus und färben Wollreste nach alten Rezepturen nach.
Südlich davon erschließt sich mit dem Çuhacı Han das handwerkliche Zentrum der Gold- und Silberschmelzer abseits der stark frequentierten Gassen. Bereits am Eingangstor riecht es nach Gasbrennern und chemischen Flussmitteln. In den oberen Stockwerken arbeiten Feinblechner und Gießer in winzigen Werkstätten hinter schweren Eisentüren. Der monotone Klang hunderter kleiner Hämmer bestimmt die Geräuschkulisse, während Boten Barren und Granulat in unauffälligen Ledertaschen zwischen den Werkstätten transportieren. Als ich mich an einem Donnerstag um 12:15 Uhr im Çuhacı Han nach einer Werkstatt für Silberketten umsah, verhinderte ein erfahrener Meister dort einen teuren Fehlkauf: Er legte ein gewünschtes Armband für 1.450 TL (29 EUR) auf seine Feinwaage und zeigte mir die winzige 925er-Prägung, während an der Kalpakçılar Caddesi kurz zuvor ein optisch identisches Stück ohne Feingehaltsstempel für 2.200 TL verhandelt worden war.

Doğas Praxistipp: Bestellen Sie im Şark Kahvesi keinen Tee aus dem Glas, sondern einen auf heißem Flusssand gebrühten Mokka (türk kahvesi). Bei 280 TL (5,60 EUR) erhalten Sie dort das traditionelle Glas Wasser und eine Pause direkt an der Kreuzung der Yağlıkçılar-Gasse.
Für die Verpflegung empfiehlt sich ein Bogen um die Lokale entlang der zentralen Durchgangsachsen. In den engen Quergassen zwischen den Höfen kochen kleine Handwerkerlokale (Esnaf Lokantası) für die Belegschaft der umliegenden Betriebe. Dort stehen täglich frisch zubereitete Schmorgerichte mit Auberginen, Kichererbsen und Lammfleisch in beheizten Vitrinen bereit. Viele Werkstattinhaber bestellen zur Mittagszeit saftige Köfte auf einfachen Metalltellern direkt an die Werkbank. Ein vollwertiges Tagesgericht mit Reis und Fladenbrot kostet in diesen Seitengassen zwischen 250 TL und 350 TL (5 bis 7 EUR). Die Betriebe öffnen meist gegen 11:30 Uhr und beenden ihren Service um 15:30 Uhr, sobald die Bleche geleert sind.
Bezahlen, Verhandeln und Währungswechsel im Basar
Die Wechselstuben rund um den Großen Basar bilden das inoffizielle Finanzzentrum der historischen Halbinsel, an dem Gold- und Devisenkurse ohne die typischen Flughafenaufschläge gehandelt werden. Die Schalter mit den engsten Spreads liegen nicht an den Hauptdurchgängen, sondern im Çuhacı Han sowie direkt an der Mahmutpaşa-Pforte. Während Banknoten am Eingangstor oft mit Abschlägen von drei bis fünf Prozent getauscht werden, liegt die Spanne bei den Händlern im Çuhacı Han meist bei unter einem Prozent. Bei einem Wechselkurs von 50 TL für 1 EUR und 45 TL für 1 USD erhalten Sie hier für 100 Euro verlässlich 5.000 TL bar auf die Hand.
Doğas Praxistipp: Meiden Sie die Wechselstuben an der breiten Kalpakçılar-Hauptstraße. Die kleinen Büros nahe dem Çuhacı Han bieten engere Wechselspannen und akzeptieren auch abgegriffene Euro-Noten ohne Abschläge.
Für kleinere Handwerksartikel, Keramikschalen, Gewürze oder Lederwaren unter 2.500 TL (50 EUR) verlangen Händler fast ausnahmslos Türkische Lira in bar. Größere Beträge für handgeknüpfte Teppiche oder Goldschmuck können Sie problemlos per Kreditkarte begleichen, wobei Verkäufer bei Kartenzahlung oft zwei bis drei Prozent Transaktionsgebühr aufschlagen. Praktische Hinweise zu Kartengebühren, Wechselkursen und Automaten finden Sie im Ratgeber für Bargeld und Bezahlen in Istanbul mit Tipps zum Währungswechsel und fairen Preisen.
Bei Teppichhändler Murat im Zincirli Han habe ich an einem Dienstagmorgen beobachtet, wie ein Käufer den Einstiegspreis für einen Uschak-Läufer von 35.000 TL (700 EUR) durch ruhiges Verhandeln auf 26.000 TL (520 EUR) senkte, nachdem beide zwanzig Minuten lang Tee getrunken hatten.
Gehen Sie beim Preisverhandeln strukturiert vor:
- Verschaffen Sie sich vor dem ersten Angebot einen Überblick bei mindestens zwei benachbarten Ständen derselben Gasse.
- Nehmen Sie das Glas Çay an, das der Inhaber Ihnen vor dem Gespräch anbietet.
- Fragen Sie nach dem Barpreis in Lira, bevor Sie eine Karte vorzeigen.
- Setzen Sie Ihr erstes Gegenangebot bei etwa 60 Prozent der genannten Summe an, um am Ende einen Nachlass von 15 bis 30 Prozent zu erzielen.
- Bedanken Sie sich und gehen Sie langsam weiter, wenn der Verkäufer nicht unter Ihre Schmerzgrenze geht.
Gedruckte Preisschilder an Lederjacken oder Schmuckstücken sind im Basar unverbindliche Orientierungsmarken, an denen sich der tatsächliche Endpreis selten orientiert.
Häufige Fragen zum Besuch des Großen Basars
Der Große Basar Istanbul öffnet montags bis samstags von 08:30 bis 19:00 Uhr, während die Markthallen an Sonntagen vollständig geschlossen bleiben.
Kostet der Eintritt in den Großen Basar Gebühren
Der Zutritt zum gesamten Areal ist kostenfrei. Sie benötigen kein Ticket und müssen an keinem der Durchgänge einen gesonderten Eintrittspreis entrichten. An den Eingängen passieren Sie lediglich Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren und kurzen Taschenkontrollen durch das Wachpersonal. Die regulären Großer Basar Öffnungszeiten gelten an den Werktagen ohne Unterbrechung. An Sonntagen sowie an den ersten Tagen religiöser Feiertage bleiben die Portale fest verriegelt. Planen Sie Ihren Rundgang daher von Montag bis Samstag ein.
Gibt es Schließfächer oder eine Gepäckabgabe am Markt
Innerhalb des überdachten Komplexes existieren aus Sicherheitsgründen keine öffentlichen Schließfächer oder Gepäckaufbewahrungsstellen. Wegen der engen Gassen, der Menschenmengen und der Stufen in den Innenhöfen raten wir davon ab, Rollkoffer mitzuführen. Nutzen Sie stattdessen eine externe Gepäckaufbewahrung in Istanbul mit Tipps zu Schließfächern und Preisen nahe dem Bahnhof Sirkeci oder im Viertel Sultanahmet. Private Lagernetzwerke berechnen je nach Gepäckstück zwischen 150 TL und 250 TL (3,00 EUR bis 5,00 EUR) pro Tag. Ohne schweres Gepäck lassen sich auch Gewürz- und Teekäufe beim anschließenden Bummel viel entspannter verstauen.

Praxistipp: Als ich das Nuruosmaniye-Tor an einem Freitagnachmittag gegen 12:45 Uhr ansteuerte, staute sich der Durchgang wegen des Freitagsgebets in der Nachbarmoschee beträchtlich. Wer stattdessen über das Tor Beyazıt geht, passiert die Sicherheitskontrolle zu solchen Stoßzeiten meist in unter zwei Minuten.
Wie erreichen Sie den Basar am schnellsten aus Sultanahmet und Beyoğlu
Aus Sultanahmet gehen Sie in zehn Minuten entlang der Straße Divan Yolu bergauf bis zum Beyazıt-Platz. Von Beyoğlu aus nehmen Sie ab Taksim die Standseilbahn F1 nach Kabataş und steigen dort in die Straßenbahnlinie T1 um – eine praktische Route, wenn Sie davor einen Rundgang durch die historischen Passagen in Beyoğlu mit Route und Preisen für lokale Cafés abgeschlossen haben. Fahren Sie bis zur Haltestelle Beyazıt-Kapalıçarşı, die unmittelbar am Haupttor liegt. Eine Einzelfahrt mit der Istanbulkart auf der Linie der Straßenbahn T1 kostet 46,20 TL (rund 0,92 EUR).
Gibt es eine Kleiderordnung im Basar
Für den reinen Marktbesuch gilt keine Kleiderordnung, sodass Sie sich in normaler Freizeitkleidung bewegen können. Mehrere der historischen Großer Basar Tore münden jedoch direkt in die Höfe aktiver Gebetshäuser, darunter die Nuruosmaniye-Moschee und die Beyazıt-Moschee. Wenn Sie diesen Weg für eine Besichtigung des Innenraums nutzen, müssen Schultern und Knie bedeckt sein. Frauen benötigen für den Zutritt zum Moscheeraum ein Kopftuch.
Fazit
Wenn Sie mich nach fünfzehn Jahren Basarbesuchen fragen: Sparen Sie sich die zentrale Achse der Kalpakçılar Caddesi für Einkäufe. Die dortigen Gold- und Lederhändler verlangen oft das Dreifache der Nebenstraßenpreise, und das Gedränge zerrt nach einer halben Stunde spürbar an den Nerven. Wertvoller ist es, die Architektur der Kuppeln zu beobachten und das Feilschen auf kleinere Gassen wie die Yağlıkçılar Caddesi zu verlegen.
Verlassen Sie den Basar am besten über das Tor Örücüler Kapısı hangabwärts Richtung Rüstem-Pascha-Moschee und Ägyptischer Basar, um den Weg ohne Orientierungsfrust fortzusetzen. Sobald Sie die Torschwelle passieren, stehen Sie auf dem Kopfsteinpflaster der steilen Uzunçarşı Caddesi, wo Lastenträger schwere Stoffballen an Großhändlern vorbeimanövrieren. Der direkte Fußweg hinab bis zum Vorplatz der Rüstem-Pascha-Moschee dauert zwölf Minuten. Wer nach dem langen Fußmarsch unten an den Ufern des Goldenen Horns Hunger verspürt, holt sich am besten einen knusprigen Balık Ekmek am Goldenen Horn mit Tipps für authentische Stände und aktuelle Preise an den Booten an der Galatabrücke.



